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Der junge Türke Jasin Semiz besucht die zehnte Klasse der Gesamtschule
und findet, dass es an der Zeit ist, sich um die berufliche Zukunft
zu kümmern. Tuba Mutlu sitzt vor dem Computer und tippt eine
Bewerbung. Sie möchte nach der Schule Arzthelferin werden.
Canan Güney beendet im Sommer die Handelsschule und surft im
Internet, um heraus zu finden, welche Laufbahn ihr im Anschluss
zusagen könnte. Die drei türkischen Jugendlichen sind
froh, dass sie im Rahmen des Ausbildungstreffs "Magic Point"
von Fachleuten beraten werden und die technischen Möglichkeiten
nutzen können, um ihren Berufsweg früh genug zu planen.
Zum siebten Mal hatte der Verein für soziale Dienste(VsD) in
Kooperation mit dem Arbeitsamt und der Begegnungsstätte Hackenberg
Anfang der Woche zur Ausbildungsbörse geladen und wie immer
herrschte reger Betrieb. "Hey, hast Du eine Lehrstelle für
mich?" Wolfgang Uelner vom VsD, der in der Begegnungsstätte
ständiger Ansprechpartner für die Jugendlichen ist, verweist
auf die 20 Meter lange Wäscheleine, an der insgesamt 336 angebotene
Ausbildungsplätze für den Sommer 2001 mit kunterbunten
Wäscheklammern befestigt sind. "Der Ausbildungstreff ist
sehr vorbereitungsintensiv", schildert Uelner. Er hatte bis
zur letzten Sekunde gewartet, um die Angebote des Arbeitsamtes auszudrucken.
Schließlich sollen sie so aktuell wie möglich sein. Stellensuche
und das Schreiben von Bewerbungen und Lebensläufen ist in der
Begegnungsstätte jeden Tag ein Thema. "Viele Jugendliche
kommen auch, um Referate für die Schule zu schreiben",
sagt Uelner. Er erklärt, wie ein Bewerbungsschreiben auszusehen
hat, welcher Inhalt gefragt ist korrigiert Form und Rechtschreibung
und hilft beim Scannen von Passbildern für Online-Bewerbungen.
Um die benachteiligten Jugendlichen-sprich Schulabbrecher ohne Abschluss,
Arbeitslose oder Schulabgänger mit schlechten Noten-kümmert
sich Günter Rodenbeck, der ebenfalls beim Verein für soziale
Dienste angestellt ist. "Ich sorge dafür, dass sie sich
arbeitslos melden und versuche in Zusammenarbrbeit mit den Arbeitsberatern
oder wenn nötig mit dem Sozialamt zu einer positiven Lösung
zu kommen." Rodenbeck checkt die Defizite der bis zu 25 Jahre
alten Jugendlichen ab und klärt, ob eine schulische Weiterbildung
sinnvoll ist. "Ich betreu sie so lange, bis sie eine Arbeit
gefunden haben und vermittele ihnen auch Praktikumsstellen.
Der Traum vom IT-Beruf
Die Klientel
insgesamt kommt von der Hauptschule, von Sonderschulen, aber auch
Realschüler und Gesamtschüler zum Teil auch aus dem Gummersbacher
Raum gehören dazu. Jasin Semiz verschafft sich derzeit einen
Überblick über die Berufe, die ihn interessieren könnten,
falls er nicht wie erhofft die Qualifikation für die gymnasiale
Oberstufe schaft."Ich möchte gerne IT-System-Elektroniker
werden, dazu brauche ich Abitur." Wie viele junge Türken
hat er sein Problem im Fach Deutsch und daraus folgend auch in Englisch.
Da ist die Qualifikation natürlich leicht in Gefahr. Jasin
könnte sich auch vorstellen, eine Ausbildung als Kommunikationselektroniker
oder eine Banklehre zu machen. "Du mußt mal unter >>Berufskolleg
Oberberg<< im Internet schauen. Da kann man in drei Jahren
Informationstechnischer Assistent werden", rät Jasins
Kumpel, der sich am Nachbar-PC per Mausklick über seine Berufschancen
informiert. am 20. Februar ist der nächste Magic Point-Termin
in der Begegnungsstätte, weitere sind am 20.März, 15.Mai
und am 19. Juni vorgesehen.
Von Anke
Mortsiefer
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